Wrest

Wie unaufgeregt kann ein Band-Sound sein? Wie poetisch, spannend und feierlich gleichzeitig? Wrest aus Edinburgh stehen für sehnsuchtsvollen und melodieseligen Indie-Rock, der schwelgerisch daherkommt, aber enorm vielschichtig ist. Von der Presse mit Bands wie Frightened Rabbit, The National, Idlewild, Snow Patrol, We Were Promised Jetpacks oder ihren Landsleuten Aerogramme verglichen, kombinieren die Schotten poetische, sich nie in Befindlichkeitspoesie verheddernde Texte und ganz große Melodien. So groß, dass man sie schon ewig zu kennen glaubt – auch wenn man den jeweiligen Song gerade erstmalig hört. BBC Radio nennt sie „Scotland’s most exciting emerging live act“, der Border Telegraph lobte sie als „Scotland’s best new band“.

Dass ihre Musik inzwischen nicht nur in Schottland, sondern quer durch UK, Europa und die USA Anklang findet, überrascht kaum – schließlich führte genau dieser Sound die Band in den letzten Jahren von kleinen Bühnen bis hin zu ausverkauften Headline-Shows im legendären Barrowland Ballroom (Glasgow) und der ikonischen Usher Hall in Edinburgh mit je über 2000 Fans.

Das kommt alles nicht von ungefähr, denn die Band legt hörbar enorm viel Herz in ihre Musik – und das ohne Pathos, ohne Schmalz. Vielmehr strahlen sie eine fast schüchterne Bodenständigkeit aus, jeglicher glamouröser Anwandlung unverdächtig. Man möchte mit ihnen am Tisch sitzen und nächtelang reden und ein paar Pints heben. Man weiß sofort: die begannen mal irgendwann Musik zu machen, weil sie Musik machen und sich ausdrücken wollten, nicht, um berühmte Rockstars zu werden. Umso mehr funkeln ihre Lied-Preziosen, mal glitzern sie nahezu, dann wieder schimmert ihre Aura eher matt und mysteriös. Alles kleine jubilierende Hymnen, die nicht wissen, dass sie Hymnen sind. Viel schöner kann Musik nicht werden. Man kann dazu träumen, man kann die Augen schließen und genießen, man kann dazu offenen Mundes und mit erhobener Faust mitgehen. Man kann Wrest nur lieben. Beim 25. OBS, vor drei Jahren, trafen sie uns alle mitten ins Herz.

Nun kommen sie zurück, um mit ihrem poetischen Indie-Rock das OBS 28 als letzter Act am Sonntag stimmungsvoll und voller Grandezza zu beschließen. Ich weine jetzt schon.

(Foto: Trash Panda/Craig Robertson)

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Hintergrund-Foto: Lucja Romanowska

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