Von ihrem Vater „aus Versehen“ zur Feministin erzogen – wie sie es einmal in einem „Zeit“-Interview formulierte – bediente sich Mina für ihren Künstlerinnennamen beim berühmten Cher-Zitat „Mom, I am a rich man“.
Ihr Solidaritäts-Song „Baba Said“ geht während der Proteste im Iran schlagartig viral und macht die queere Deutsch-Iranerin über Nacht auf dem ganzen Globus bekannt. Das Musikalische mit dem Gesellschaftlichen zu verbinden, war ihr schon immer ein Anliegen.
Mina Richman ist eine souveräne, selbstbestimmte Songwriterin. Sie stellt sich gesellschaftlichen Zwängen, reflektiert und offen. Sie schaut zurück in ihre Kindheit, greift kulturelle Entwurzelung sowie den gesellschaftlichen wie auch ihren persönlichen Umgang mit ihrem Körper auf – aber es geht ihr nicht ausschließlich um Verwundbarkeit und Wege, diese zu überwinden. Musikalisch ist das ebenfalls enorm reif – Mina stellt mit ihrer Band (Friedrich Schnorr von Carolsfeld, Alexander Mau und Leon Brames) mit Soul, Folk und Indie-Pop einen brillant kreierten Sound vor, der hierzulande referenzlos ist.
Beim OBS 26 begeisterte sie alle vom ersten Ton an, seitdem ist allerhand passiert: zwei Albumveröffentlichungen, Fernsehauftritte, die Auszeichnung mit dem popNRW-Preis als „Outstanding Artist“ und zahllose Konzerte schlossen sich an. Woran sich nichts geändert hat: sie performen „kunstvolle Songs und Texte, die gerade durch ihr Oversharing nichts als berührende Wahrhaftigkeit produzieren.“ (Linus Volkmann, Musikexpress)
Mina Richman und ihre Band haben eine äußerst einnehmende Art entspannt zu grooven, ohne dass es auf Kosten der Intensität geht. Macht gleichzeitig fröhlich und traurig, also immer ein bisschen bittersweet. Das ist: ganz große Klasse. Wir freuen uns arg, dass sie das OBS erneut beehren.
(Foto: Jan Haller)
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