Manchmal reicht ein Gitarrenriff, ein bisschen Dunkelheit und dieser eine Moment, in dem plötzlich alles nach vorne geht. NASTYJOE aus Bordeaux können genau das: Sie bauen Spannung auf, lassen es knistern – und treten dann beherzt aufs Gaspedal. Sie bringen genau die Art von Intensität mit, die man nicht nur hört, sondern spürt.
Post-Punk? Indie-Rock? Ein Hauch 90er? Ja, ja und ja. Aber nicht epigonisch – dafür ist bei NASTYJOE viel zu viel Bewegung drin. Mal melancholisch und beinahe zart, dann wieder kantig, laut und wunderbar ungestüm. Eine Band, die ihren eigenen Weg gefunden hat.
Dem Quartett aus Bordeaux gelang schon auf der Debüt-EP „Deep Side Of Happiness“ (2022) eine mitreißende Fusion aus eingängigem Indie Rock, noisigen, in Post-Rock abgleitenden Passagen und dem nächsten Post-Punk-Revival, das mit Delays und Pedals durch düstere Assoziationen fliegt. Bislang außerhalb Frankreichs kaum bekannt, wecken Nastyjoe Erinnerungen an The Cure und auch an Blur. Im nächsten Moment tauchen aber auch die frühen Fontaines D.C., Shame oder Interpol als Referenzen auf, auch an The Haunted Youth mag man denken. Dazu der Hang zu ausufernden aber stoischen Klanggewittern – spätestens hier ist die Faszination geweckt. Auf ihrem Debüt-Album „The House“ verschmelzen sie lange gereiftes Songwriting mit energischem Furor. Live sind sie eine unglaublich tight vorgehende, gut geölte Maschine, ein echtes, intensives Erlebnis. Das passt zum OBS wie der Kronleuchter und der Kirschbaum. Freut euch auf große Melodien und den Moment, wenn aus „Mal schauen, wer da spielt“ plötzlich „Wow, wo kommt diese Band denn her?“ wird.
Zur Entdeckung freigegeben.
(Foto: Alban Gatti)
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