Agassi. Ein Name, der irgendwann einfach da war, fast zufällig – und trotzdem Assoziationen hervorruft. Rebell. Tennispunk. Legende. Und dabei immer noch „good guy“, wie die Band selbst sagt. Und so klingt auch Agassi: emotional, aber auch sehr direkt. Gerne auch anarchisch und trotzdem: good guys and girls. Der gemeinsame Sound dazu entwickelte sich über die Zeit. Postpunk mit verträumten Indie-Momenten könnte man das vielleicht nennen. Aber auch die eigene melodisch- musikalische Prägung zwischen Rock’n’Roll und Indiepop schlägt durch.
Ben Galliers aus Coventry, einst ein an seinem Beruf zweifelnder Profifußballer, später dann eine Hälfte des Surfrock-Duos The Voo, und Mark Tavassol, Bassist und Gitarrist von Wir Sind Helden und Gloria wurden zufällig Nachbarn. Und taten sich mit Nina Müller, besser bekannt als WIM, Jonas Böker und dem studierten Physiker Matthias „Koschi“ Koschnitzke zusammen – sie waren auf der Suche nach etwas Neuem. Einer neuen Richtung, einem neuen Sound.
Das deutsch-englische Quintett aus Hamburg zeichnet entsprechend seine eigenen musikalischen Bilder: Mal hat man die blinkenden Lichter der Spielhallen in den englischen Badeorten Brighton oder Eastbourne vor Augen, mal die Keller britischer Underground-Clubs, mal herrscht nerdige Genauigkeit, mal punkiges Laissez-faire. Es wird gesungen und geschimpft, es wird emotional und rau und dann wieder erhebend und versöhnlich. Thematisch geht es immer wieder um Identität, die großen Fragen: Wer bin ich? Wer will ich sein? Was ist eigentlich die letzten Jahre passiert? Irgendwo zwischen Akzeptanz und Abwehr, Liebe und Wut. Und mit einem Gespür für brachiale Hymnen, so wie „Keine Energie geht verloren“.
Aufschlag Agassi.
(Foto: Julian Essink)
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