Programm-Diskussion
Foto: Axel Hasselmann
@TB: Ja, ich werde es so lange es eben geht versuchen, natürlich. Der Ausgleichsfonds, von dem Du sprichst, ist allerdings seit letztem September in der Planung - und nach wie vor nicht konkretisiert. Der zuständige Staatssekretär Schmidt aus dem Bundes-Finanzministerium drückte sich neulich in einem Online-Panel sinngemäß so aus, dass "die Ausgestaltung des Programms nicht dazu führen dürfe, dass Nichtstun finanziell unterstützt wird". Da bleibt mir die Spucke weg. Inwieweit dieser von Olaf Scholz seit nun neun Monaten versprochene Ausgleichsfonds für Veranstaltungen, die für die zweite Jahreshälfte 2021 geplant sind aber abgesagt werden müssen, wirklich zugunsten der Veranstaltenden aufgesetzt werden wird steht in den Sternen. Ob dem OBS da in irgendeiner Form geholfen werden wird ist also nicht abzusehen.
Dass alle Signale "der Politik" darauf hindeuten, dass alles, was open air ist, in diesem Sommer stattfinden kann (und wenn auch nur für alle, die geimpft sind), sehe ich leider nicht so wie Du. Die letzte MPK hat diesbezüglich alle Veranstaltenden ratlos zurückgelassen, weil eben kein Unterschied zwischen der Gefährdungseinschätzung (und den daraus folgenden Maßnahmen) zwischen Drinnen und Draußen gemacht wurde. Mittlerweile dürfte allseits bekannt sein, dass die Übertragungsgefahr an der frischen Luft weit geringer ist als die in geschlossenen Räumen. Davon ist in der MPK-Notbremsenverordnung bzw. den Corona-Schutzverordnungen des Landes NRW bzgl. Veranstaltungen aber nichts zu lesen. Die Erkenntnisse aus der "irischen Studie", und aus den Modellprojekte aus Spanien und den Niederlanden sind offensichtlich nicht bis zu den politisch Entscheidenden durchgedrungen.
Damit das nicht falsch verstanden wird: Ich möchte keineswegs auf Teufel komm heraus das OBS durchziehen, das wäre wider jede Vernunft.
Aber ich fände es nur gerecht, wenn zumindest bestehende Konzepte und wissenschaftliche Erkenntnisse in Bezug auf Veranstaltungensich irgendwann mal auch in den politisch und behördlich vorgegeben Handlungsrahmen für Veranstaltende wiederfinden würden. Wenn dann dabei herauskommt, dass eine Veranstaltung wie das OBS nur mit Abstand zugelassen werden kann (was nicht geht, da die Fläche für die verkaufte Ticketanzahl dann zu klein wäre): fein. Bzw. nicht fein, aber zumindest könnte ich daraus eine wirkliche Abwägung von Maßnahmen und deren Wirkung erkennen. Aber pauschal Veranstaltungen zu verbieten (während bei VW et al weiter fröhlich gebuckelt wird) ohne eine solche Abwägung ist einfach nicht gerecht und entlarft alle Willenskundgebungen gegenüber der Kultur als solcher als Lippenbekenntnisse.
Und ich bin da völlig bei Dir: beim nächsten OBS, wann auch immer das sein wird, werde ich ebenfalls vermutlich durchgängig flennen. Geht gar nicht anders.
Haltet durch und bleibt negativ!


