Programm-Diskussion
Foto: Axel Hasselmann
Liebes Glitterhouse- und OBS-Team, liebe Alle,
seit einigen Jahren bin ich begeisterte OBS-Gängerin und genieße jedes Jahr eine wunderschöne Zeit mit Euch im Glitterhouse-Garten. Auch 2017 bin ich wieder mit dabei, juhu! Ich habe jedoch eine Anregung, die ich für sehr wichtig halte und die Ihr für das kommende OBS andenken könntet.
Mir ist aufgefallen, dass auf dem OBS kein geschützter Raum für eventuelle (weibliche) Opfer von sexualisierter Gewalt oder für Opfer von Diskriminierungen jeglicher Art (Rassismen, Homo*-, Bi*-, Trans*-, Inter*-, Poly*-, Queer*-,...*-Phobie, Diskriminierung von Menschen mit Beeinträchtigungen oder Krankheiten) vorhanden ist . Damit meine ich nicht nur faktisch vorhandenen Raum auf dem Gelände, sondern auch im übertragenen Sinne die Möglichkeit, sich in solchen Fällen an speziell dafür zuständige Personen wenden zu können.
Eine Lösung hierfür wäre die Bildung eines Awareness- oder Anti-Diskriminierungs-Teams, welches sich während des Festival-Wochenendes dafür zuständig fühlt, Aufmerksamkeit und Bewusstsein für die Gestaltung eines gewalt- und diskriminierungsfreien Miteinanders zu schaffen. Neben der öffentlichen Präsenz dieser Personen auf dem Festivalgelände und Hinweisen dazu (auf Homepage, Facebook, Programmzettel etc.), wäre außerdem die Einrichtung eines Schutzraumes bzw. Safer Spaces (zum Beispiel in einem extra dafür vorgesehenen Pavillon) gut geeignet, um möglichen Betroffenen und deren Redebedarf Raum zu geben.
Angesichts der freundschaftlichen und familiären Atmosphäre auf dem OBS mag eine Awareness-Maßnahme auf den ersten Blick als überflüssig erscheinen. Allerdings kann es bei einer großen Anzahl von Menschen jederzeit zu oben benannten Fällen kommen und auch unbewusste Sexismen und Diskriminierungen können stattfinden (bzw. sind in der Vergangenheit auch schon vorgekommen).
Weiterhin fällt mir immer wieder auf, dass das Festival sehr männerdominiert ist und Frauen deutlich in der Unterzahl sind. An sich ist das natürlich noch kein Kritikpunkt. Doch gerade durch die überwiegende Anzahl an Männern sehe ich die dringende Notwendigkeit möglichen (weiblichen) Betroffenen einen Schutzraum und Redemöglichkeiten zu bieten.
Viele Gruppen und Veranstalter*innen bieten auf Ihren Events solche Rückzugsorte und Möglichkeiten an, was zu einem noch angenehmeren und respektvolleren Miteinander beiträgt. Ein Beispiel zu einem möglichen Konzept/Vorgehen: https://linksunten.indymedia.org/es/node/192695
Gerade das OBS mit seiner weltoffenen, respektvollen und familiären Atmosphäre würde von einem Awareness-Konzept profitieren, indem es für seine Gäst*innen eine noch "safere" Umgebung gestaltet. Dann gäbe es "nothing this beautiful"!
Ich fände es toll, wenn Ihr Euch dieser Anregung annehmt und bin voller Vorfreude auf ein fantastisches OBS 2017!
Liebe GrĂĽĂźe und bis bald!
Johanna


