Programm-Diskussion
Foto: Axel Hasselmann
Vielleicht hat peper ja recht und wir Alten sind tatsächlich dem Festival entwachsen. Früher fuhr man jedes Jahr mit freudiger Erwartung nach Beverungen, da konnte man seine Lieblinge und solche, die es werden sollten, hören. Das Festival hatte darüber hinaus auch noch einen familiären Charakter, und man konnte mit Gleichgesinnten fachsimpeln. Man entdeckte neue Bands der damals nicht überall zu hörenden Musikrichtungen Alt-Country, Roots Rock und ähnliches, kurzum, es war immer ein Höhepunkt im persönlichen Musikjahr.
Man muss bedenken, es war Ende der 90er, Anfang der 2000er Jahre, das Internet war noch nicht so verbreitet wie heutzutage und man bestellte bei Glitterhouse und Mitbewerbern noch telefonisch oder auf dem Postweg. Auf seine Schätze, die teilweise aus Übersee kamen musste man Wochen, wenn nicht sogar Monate warten.
Heute, wo alles mit einem Mausklick zu erreichen ist, nicht mehr vorstellbar. Mit Alt-Country oder sonstiger traditionell geprägter Rockmusik konnte man früher schon nur ein gewisses Klientel erreichen. Die Jüngeren, denen es heute viel leichter gemacht wird, an Musik zu kommen, orientieren sich an youtube, spotify oder sonstigen Plattformen, wo sie Musik vorab hören können. Daher wird auch in diesem Forum immer inflationär mit Namen gehandelt, die hier eventuell spielen sollten, mir und vielen älteren Musikhörern leider aber gar nichts sagen. Nicht jeder kennt Haldern und das dazugehörige Musikprogramm, ist wahrscheinlich auch nicht die Musik der alten OBS-Fans.
Wahrscheinlich muss Rembert das Festival so auslegen, wie es jetzt ist, um genügend Gewinn zu machen, das nennt man dann wirtschaftliche Zwänge, die halt leider damit einhergehen, dass die alten Festivalgänger sich nicht mehr mit dem OBS indentifizieren können.
Noch eine Frage an peper: Was bezeichnest Du als junge Musik, ist das eine bestimmte Musikrichtung? Ich höre auch gerne jüngere Bands, wenn mir ihre Musik zusagt. Bin auf jeden Fall nicht auf irgend etwas festgefahren und kann noch über den Tellerrand rausschauen.


