Programm-Diskussion

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rembert rembert schrieb am 19. Dezember 2022 um 19:07
@Thomas: Vorweg: Damit das hier nicht ausartet in einen musikalisch-weltanschaulichen Schlagabtausch, für den ich auch keine Zeit habe, soll dies mein letzter Beitrag zur leicht geschmäcklerischen Diskussion hier sein. Ich bin es auch ein bisschen leid, mich offensichtlich dafür rechtfertigen zu müssen, dass das OBS eben nicht ein Festival ist, das "die gute alte Zeit" im Booking widerspiegelt. a) Pavlov's Dog Tour geht bis zum 12.05.2023. Zwischen dem Tour-Ende und dem Start des OBS liegen also 14 Tage. Dass die Band "zur OBS-Zeit" auf Tour sei, stimmt also nach meinem Kenntnisstand nicht. b) Deine Meinung zum bisherigen Line-Up sei Dir unbenommen, auch wenn der von Dir so genannte "bisher gemeldete deutsche Amateur-Contest" bei vielen anderen OBS-Fans (nicht unbedingt den sich hier im Forum Äußernden) recht gut anzukommen scheint. c) Zwischen Mitte der Siebziger und heute ist musikalisch bekanntlich das eine oder andere passiert. Dass ausgerechnet Pavlov's Dog hier als Diskussionsthema herangezogen wurden entbehrt nicht einer gewissen Komik - denn die Pawlowsche Konditionierung funktioniert speziell im Prog-Rock-Bereich offensichtlich nach wie vor gut. War ja mal progressiv, der Stil, offen für Experimente, für Musik neben der damaligen Norm. Aber ausgerechnet der ja ureigentlich so "freiheitsliebende", offene und - nun ja - rebellische Rock'n'Roll/Rock/Prog-Rock hat unter seinen Fans einfach sehr viel Bewahrertum und Beharrungsvermögen hervorgebracht. Das ist auch nicht weiter schlimm, jedem Tier sein Plaisir, aber dafür gibt es andere Festivals und Veranstaltungen. Selbst in den frühen Jahren war das OBS nicht dafür bekannt, Prog-Rock, Classic Rock oder ähnliche musikalische Richtungen zu bedienen. Hier und da gab es mal Berührungspunkte - dann allerdings durch neuere Bands, die sich bestimmter Mittel aus der Zeit bedienten, in der die angesprochenen Altvorderen ihre Blüte hatten oder musikalisch von hoher Relevanz waren. Aber Kern des musikalischen OBS-Inhaltes waren nostalgische Oldie-Shows nun wirklich nie. d) Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass persönlicher musikalischen Geschmack so unterschiedlich sein kann wie die Menschen selbst. Und dass das OBS definitiv nicht den Anspruch hat, alle musikalischen Spektren zu bedienen. Dann würde die musikalische Bandbreite (die ja durchaus vorhanden ist) irgendwann beliebig. Ich käme aber beispielsweise auch nicht darauf, mich im Umfeld eines sagen-wir-mal Metal-Festivals dahingehend zu äußern, dass dort doch bitte mal mehr Irish Folk gebucht werden solle. Oder mehr Indie-Rock auf einem Hip-Hop-Festival. Oder mehr Singer-/Songwriter beim Parookaville. e) Wenn ich alle Programmwünsche, die so übers Jahr geäußert werden, erfüllen wollen würde, müsste das OBS vermutlich so etwa 500 Slots haben statt knapp 30.
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